Im Basketball-Derby der 1. Liga siegte der CVJM Birsfelden gegen die U23 der Starwings mit 63:49 (25:29)
Was nach 30 Minuten nach einem überraschenden Erfolg des Starwings-Nachwuchses ausgesehen hatte, endete zuletzt im grossen Frust. Im Schlussviertel benötigten die jungen „Wings“ sagenhafte neun Minuten, um den ersten Korb zu erzielen. Aus einem 44:39 wurde ein 44:62. Ein Rekord der besonderen, wenn auch negativen Art. Es ist nicht die Niederlage, welche Fragen aufwirft, sondern die Tatsache, dass der Unterbau des Arlesheimer-Birsfelder Kombinats mit fünf Akteuren spielte, die allesamt mit der Nationalliga-A-Equipe trainieren und in der höchsten Spielklasse zu Einsätzen kommen. Und wer die letzten zehn Minuten mit 5:24 verliert, muss sich grundsätzliche Fragen stellen. Nur gerade Felix Stauch, dieser 20-jährige Lörracher, verriet Anlagen, die hoffen lassen, dass aus dem Nachwuchsreservoir dereinst einer den Sprung nach oben schafft.
Der „Cevi“ zeigte 30 Minuten eine durchzogene Leistung. Von Beginn an hielt Luca Schwarz den Traditionsverein im Spiel. Schwarz, ein subtiler Werfer, glänzte mit einer superben Wurfquote und war auch von der Freiwurflinie magistral. Dies kann man von den Starwings nicht behaupten. Wer als Team eine Quote von 32 Prozent aufweist muss sich hinterfragen.
„Uns genügte ein starkes Viertel, um die Partie zu entscheiden. Es machte sich bemerkbar, dass wir drei Wochen lang kein Spiel mehr gehabt hatten“, so CVJM-Trainer Pascal Donati. Auch unter den Körben hatte der „Cevi“ eklatante Vorteile. Der Deutsche Matthias Blum (198 cm) und der Arlesheimer Michael Bachmann (28, 198 cm) konnten mit der Zeit ihre Erfahrung und Längenvorteile ins Spiel bringen. Auch da hätte man sich gewünscht, dass ein Boris Smiljic mehr dagegen gehalten hätte. Ob der CVJM Birsfelden, von Donati mit Herzblut und Leidenschaft geführt, mit einer oder zwei Verstärkungen den Aufstieg in die Nationalliga B anstreben kann, bleibt ungewiss. Die Westgruppe mit dem übermächtigen BC Lausanne ist nochmals eine andere Welt.
Bereits das Hinrunden-Spiel hatte Birsfelden mit 64:46 gewonnen. Wiewohl man lange das Gefühl hatte, dass die U23-Equipe seither näher am CVJM war, mussten die Talente erkennen, dass der Weg an die Spitze noch sehr beschwerlich ist.
Starwings U23 – CVJM Birsfelden 49:63 (29:25)
Sporthalle Birsfelden. – 70 Zuschauer. – SR: Rüegg/Bösch.
Starwings: Kostic (9), Parrat (7), Beltinger (7), Stauch (11), Smiljic (4); Verga (4), Asumadu (2), Zivkovic, Stadelmann (5), Khader; Muecke, Schneider.
Birsfelden: Mangold (7), Luca Schwarz (23!), Sebastian Schwarz (1), Bachmann (12), Blum (15); Schweizer (3), Rizzo, Lüscher (2), Ruepp; Lutz, Missiroli, Starck.
Bemerkungen: Starwings komplett. – CVJM ohne Schützinger (rekonvaleszent). – 14. Technisches Foul gegen Birsfelden-Trainer Pascal Donati. – Viertelsresultate: 12:17, 17:8 (29:25); 15:14 (44:39) und 5:24 (!). – 36. Schweizer mit fünf Fouls ausgeschieden. – Fouls: Starwings 22, Birsfelden 21.
Die Woche für Woche dezimierten Starwings verloren die Auswärtspartie bei den „Les Lions de Genève“ klar mit 53:88 (22.41). Die vielen Ausfälle führen dazu, dass Talente aus der U23-Equipe zu vielen Einsatzminuten gelangten.
Die Frage nach dem Sieger stellte sich gar nicht. Und war vor dem ersten Sprungball längst geklärt. Denn der Vergleich zwischen Genfern und Baselbietern dürfte unter diesen Voraussetzungen niemals eine Meisterschaftspartie der höchsten Basketball-Spielklasse sein. Doch weil in der Schweiz in der Korbjagd alles möglich ist, macht das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat aus „diesem bösen Spiel das Beste“.
Das Verdikt von 88:53 (41:22) für die Gastgeber sagt alles aus. Auf der einen Seite eine Equipe mit sechs ausländischen Profispielern und einem Millionenbudget. Die den Ausfall von Nationalspieler Vladimir Buscaglia mit einem Lächeln quittiert. Und den während der Saison verpflichteten Cédric Mafuta, notabene auch Nationalspieler, zuhause belassen kann. Auf der Gegenseite eine wegen Verletzungen dezimierte Mannschaft, die zum Spielball degradiert wurde, wenn die Gastgeber voll aufspielten. Das war im zweiten und dritten Viertel, die zusammengerechnet mit einem Skore von 54:25 endeten. Und dabei standen sich ja nur der Dritte und Sechste gegenüber…
Immerhin liessen die Genfer, die heuer Meister Lugano herausfordern wollen, die Gäste das letzte Viertel knapp gewinnen. Severin Beltinger brillierte mit fünf Punkten, während andere erkennen mussten, dass selbst der zweite oder dritte Genfer Anzug zu stark war.
Schlüsselspiel gegen Boncourt
In einer Woche werden die „Wings“ erstmals in diesem 3. Qualifikationsdurchgang zuhause spielen. Gegen den Verbandskollegen BC Boncourt. Dies ist nicht nur ein Derby, sondern ein Schlüsselspieler, wenn die Mannschaft von Cheftrainer Danijel Eric den 6. Tabellenplatz festigen will. Die Jurassier siegten allerdings zuhause gegen SAM Massagno (77:70) und liegen nur noch zwei Zähler hinter den Starwings.
Zudem verfügt Boncourt nun ebenfalls über ein ausländisches Quintett (Sharper, Roberson, Calasan, N’Diaye und Lahey), das gegen die Luganesi 71 von 77 Zählern erzielte. Auch das ist Schweizer Basketball.
Es ist zu hoffen, dass bis zum nächsten Sonntag die langzeitverletzten Akteure eventuell wieder einsatzfähig sind. Allerdings haben die letzten Monate gezeigt, dass die Equipe von Woche zu Woche an Verletzungen dazu gewinnt…
Les Lions de Genève – Starwings 88:53 (41:22)
Pommier, Meyrin. – 520 Zuschauer. – SR : Hjartason/Schaudt/Hüsler.
Les Lions de Genève: Jaunin (7), Brown (2), Bing (6), Jukes (4), Toure (15); Barnette (19), Aw (14), Maruotto (9), Steinmann (10), Deforel (2).
Starwings: Petkovic (8), Fuchs (13), Schwaiger, Burrows (20), Albrecht (2); Güttinger (3), Smiljic, Beltinger (5), Stauch (2).
Bemerkungen: Les Lions de Genève ohne die Nationalspieler Buscaglia (rekonvaleszent) und Mafuta (kein Aufgebot!). – Starwings ohne US-Profi Jenkins, den Kanadier-Iren McCrory sowie Matter (alle verletzt). – Viertelsresultate: 16:9, 25:13 (41:22); 29:12 (70:34) und 18:19 (88:53).
Am Samstagnachmittag (17.30 Uhr; Pommier) gastieren die Starwings in Meyrin, um sich mit „Les Lions de Genève“ zu messen. Wäre dieses Unterfangen in Vollbestand bereits ein gar schwieriges Unterfangen, so ist es mit einem „Rumpfteam“ wohl unmöglich.
Am letzten Mittwoch verloren die Starwings nicht nur in Fribourg mit 63:87, sondern mit Niels Matter und Roman Albrecht wohl zwei weitere Leistungsträger. Matter verdrehte sich den Fuss, während Albrecht eine Knieblessur erlitt. Ob der Kleinbasler (Matter) und Aargauer spielen werden, ist mehr als ungewiss. Ihre Ausfälle würden das Team weiter schwächen, denn Brandon Jenkins und Anthony McCrory fallen weiter aus.
Diese – und andere – Probleme kennen die Genfer nicht. Etwelche Ausfälle werden umgehend „mit noch besseren Akteuren kompensiert“, wie die Klubverantwortlichen vor Weihnachten in den Genfer Media verkündeten. Und weil jetzt alle Akteure einsatzfähig sind, stehen Trainer Nebojsa Lazarevic nun ein hochkarätiges ausländisches Quintett zur Verfügung. Dazu der Nigerianer Jules Aw, welcher mit einer Schweizer Lizenz spielt. Die Qualität und Quantität ist so gross, dass Nationalspieler Cédric Mafuta meist überzählig ist. Der dunkelhäutige Genfer wurde aber dennoch, als Profi, unter Vertrag genommen. Man weiss ja nie, was mit Verletzungen alles so passieren kann…
Die Starwings bleiben ihrer Linie treu. Ausfälle werden mit Nachwuchsspielern kompensiert, so dass morgen Samstag eine verstärkte U23-Equipe die Rolle des Sparringpartner übernehmen wird. Wem da alles gedient ist, lassen wir mal offen…
Im ersten Spiel des 3. Qualifikationsdurchganges verloren die Starwings in Fribourg gegen Olympic klar mit 63:87 (27:42). Die Niederlage fiel erträglich aus, denn der Vergleich zwischen dem Schweizer Rekordmeister und den stark ersatzgeschwächten Gästen war bereits vor dem ersten Sprungball entschieden.
Auf der einen Seite standen die Romands, die vor wenigen Tagen ihr ausländisches Quartett mit der Verpflichtung von Spielmacher Kenny Thomas (USA) auf ein hochkarätiges Quintett aufgestockt haben. Die fünf ausländischen Profispieler erzielten dann auch zusammen 59 Punkte, ohne dass sie jemals bis zur Leistungsgrenzen gehen mussten. Auf der Gegenseite stand das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat, das momentan mit einem ausländischen Profispieler agiert. Jaraun Burrows, der fliegende Mann von den Bahamas, ist somit eine Art der „Letzte Mohikaner“.
Natürlich wusste „FO“ vor Anpfiff, dass das Spiel zu einer besseren Trainingspartie verkommen würde. Und der Spielstand von 27:14 nach den ersten zehn Minuten zeigte, wie inferior die meisten Schweizer Spieler ihren ausländischen Widersachern gewesen waren. Einzig Starwings-Spielmacher Miroslav Petkovic, der seinen jüngeren Bruder Stefan auf der Gegenseite klar in den Schatten stellte, und Joël Fuchs bewiesen, dass sie sichere Werte in der Nationalliga A sind. Die anderen Gastakteure gaben sich viel Mühe – und bekundeten meist ebenso viel Mühe. Andererseits war zu sehen, dass ein Vergleich „Schweizer gegen Schweizer“ wohl zu Gunsten der Gäste geendet hätte…
Weil aber Boncourt (das sich jedoch massiv verstärkt hat und ebenfalls mit einem ausländischen Quartett agiert), SAM Massagno und Nyon gegen übermächtige Rivalen mit mehr Finanzkraft verloren, verbleiben die Starwings auf Rang 6 und dürften von einem Playoff-Platz kaum zu verdrängen sein.
1400 Zuschauer und 31 ausländische Profis…
Dem Luganesi-Derby zwischen SAM Massagno und dem BC Lugano wohnten gutgezählte 150 Zuschauer bei. In Fribourg verloren sich knapp 400 Besucher in der Halle – für Olympic-Verhältnisse ist diese Resonanz gleich Null. In Monthey waren es ebenfalls knapp 400 Anhänger, welche Boncourt sehen wollten. Einst waren die Duelle zwischen Wallisern und Jurassier Matches, wo sowohl in der Reposieux wie im Chaudron vierstellige Zuschauerzahlen vermeldet wurden. In Nyon kamen gut 200 Fans zum Match zwischen dem BBC Nyon und Les Lions de Genève. Das macht ein Total von knapp 1400 Anwesenden für die vier Partien. Und es sind nicht zahlende Matchbesucher – darin sind solche, die – aus welchem Grund auch immer (Funktionäre, Klubmitglieder, Presse, Trainer, Refs) – keinen Eintritt zahlen.
Die acht Klubs setzten aber 31 Profis (die Starwings mit Burrows nur einen) ein. Darin sind die Profispieler mit Schweizer Lizenz (Nikola Dacevic, Julew Aw, Derek Stockalper) nicht miteingerechnet. Oder anders ausgedrückt: Die Gesamteinnahmen der vier gestrigen Matches dürften nicht ausreichen, um einen Hochkaräter von den Genfer Löwen oder den Lugano-Tigern zu bezahlen…
Quo vadis, Schweizer Basketball?
Fribourg Olympic – Starwings 87:63 (42:27)
St.-Léonard. – 395 Zuschauer. – SR: Clivaz/Mazzoni/Sani.
Fribourg: Thomas (11), Forbes (9), Esterkamp (8), Polyblank (17), Yates (14); Stefan Petkovic (4), Vogt (12), Kovac (10), Cotture, Hoch, Manz (2); Savoy.
Starwings: Miroslav Petkovic (18), Fuchs (13), Schwaiger, Burrows (16), Matter (5); Albrecht (6), Kostic, Güttinger (5), Stauch, Beltinger, Smiljic.
Bemerkungen: Fribourg ohne Nationalspieler Kazadi (verletzt). – Starwings ohne den US-Profi Jenkins und den Kanadier-Iren McCrory (beide verletzt). – Viertelsresultate: 27:14, 15:13 (42:27); 25:18 (67:45) und 20:18 (87:63).















