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Trotz angeschlagenen Schlüsselspielern boten die Baselbieter dem Genfer Ensemble im Ligacup-Viertelfinal hartnäckigen Widerstand und verloren nur mit 73:83 (39:41). Schlimmer als das Ausscheiden ist der Verlust von Spielmacher Brandon Jenkins (USA).
Ginge es nach Namen und der Papierform, so müsste das neue Genfer Basketball-Konstrukt die Starwings zu einem Spielball degradieren. Denn auch ohne ihren Center Babacar Touré und den „zum Luxus verpflichteten Nationalspieler Cédric Mafuta“ (wie die Genfer medial vor ein paar Wochen erklärten) waren Les Lions gegen die „Wings“ eine Equipe mit fünf hochkarätigen Auslands-Profis. So kann der nigerianische Nationalspieler Jules Aw, der jedoch als „Schweizer“ spielt, schon mal eine Partie zuerst ein Viertel lang von der Bank beobachten. Dies sind die Vorteile, wenn man eine „Kiste“ (Million) zur Verfügung hat. Doch die klare Dominanz auf dem Spielfeld gegen einen (sehr) Kleinen der Landeselite gelingt dem Fusionsteam aus den ehemaligen Geneva Devils und Meyrin/Grand-Saconnex (noch?) nicht. Und dies spricht für die Starwings. Dass zuletzt die Genfer Löwen jeweils siegen, ist kein Verdienst, sondern schlicht Normalität. Oder Realität.
Vor einem Monat gewannen „Les Lions“ in der Meisterschaft mit Ach und Krach – oder Müh und Not – in den Schlussminuten mit 78:71 gegen das Arlesheimer-Birsfel- der Kombinat. Und am Samstag zeichnete sich eine ähnliche Partie ab. Wohl lagen die Romands immer in Führung, doch selbst ein 10-Punkte-Rückstand nach 15 Minuten holten die Gäste wieder auf. Und dies, obwohl Aufbauer Miroslav Petkovic nicht hätte spielen dürfen, da sich der Zürcher im Training eine Finger- und Handblessur zugezogen hatte und „vergipst“ (mit Tape) spielte. Niels Matter kam aus einer zweimonatigen Verletzung zurück – und war ein Lichtblick im Baselbieter Team. Auch Routinier Anthony McCrory hatte die letzten Wochen kaum trainieren können – und hielt seine Mannschaft, mit Jaraun Burrows (Bahamas), stets im Spiel. Oder anders gesagt: Les Lions legten vor, die Starwings zogen nach.
Dann kam die fatale 34. Minute, in welchem sich Brandon Jenkins den Oberschenkel verletzte. Dies bei einem Zwei-Punkte-Rückstand. Ohne ihren Spielmacher, Aggressivleader und Skorer hatten die Gäste dann keine Chance mehr, die Überraschung zu schaffen. Sie verloren ehrenvoll, wiewohl sie eine couragierte, ja mutige Leistung gezeigt hatten. Und die Genfer benötigten einen stark aufspielenden Tony Brown, welcher die zwei letzten Jahre der Teamcaptain der Starwings gewesen war, um sich zuletzt den Einzug ins Final Four des Ligacups zu sichern. Zusammen mit Lugano, Fribourg und Monthey, welche ihrer Favoritenrolle gegen Boncourt, Nyon und Vacallo viel souveräner gerecht wurden.
Die Starwings führen nur eine Wertung an: Jene der havarierten und verletzten Akteure. Und da Jenkins wohl länger ausfallen dürfte, werden die Meisterschaftspartien von übermorgen Mittwoch in Boncourt und zu Jahresbeginn zuhause gegen Massagno wohl auch zu „impossible missions“. Denn zwei Erfolge gegen direkte Widersacher um Platz 8 würden den Starwings bereits vor dem dritten Durchgang wohl die definitive Playoff-Qualifikation sichern.
Les Lions de Genève – Starwings 83:73 (41:39)
Pommier, Meyrin. – 625 Zuschauer. – SR: Pizio/Sala/Hüsler.
Genf: Jaunin (6), Brown (20), Buscaglia (14), Bing (6), Barnette (14); Aw (12), Jukes (6), Steinmann (2), Maruotto (3); Deforel.
Starwings: Jenkins (13), Fuchs (11), McCrory (15), Burrows (22), Albrecht (4); Petkovic, Matter (8), Güttinger; Kostic, Smiljic, Stauch.
Bemerkungen: Les Lions ohne den senegalesischen Center Touré (verletzt) und Nationalspieler Mafuta (abwesend). – Starwings erstmals ohne Kareem Johnson, der wegen fehlende Finanzen in die USA zurückgekehrt ist. – 34. Jenkins scheidet mit einer Muskelverletzung aus. – Viertelsresultate: 21:19, 20:20 (41:39); 17:16 (58:55) und 25:18 (83:73).
… auf die nächste Meisterschaftspartie vom 21. Dezember in Boncourt. Doch zuerst müssen die Starwings am Samstag (17.30 Uhr; Pommier) nach Genf zu den „Les Lions“, um sich im Ligacup zu messen.
Der Ligacup ist der dritte Wettbewerb im Schweizer Basketball. Er ist sportlich weniger bedeutend als der Schweizer Cup und steht auch im Schatten der Meisterschaft. Dennoch ist dieser Wettbewerb, gerade für „Les Lions de Genève“, sehr bedeutend, denn „wir wollen in allen drei Konkurrenzen um den Titel spielen“, wie Vereinspräsident Imad Fattal vor dem Saisonstart unmissverständlich erklärt hatte. Dafür wenden die Genfer auch genügend (bis sehr viel) Finanzmittel auf…
Dass die „Sternenflügel“ auf „hungrige Löwen“ treffen würden im Ligacup, war eigentlich Zufall – oder Schicksal. Würde man heute, aufgrund der Rangliste, paaren, so müssten die Starwings ins Wallis zum BBC Monthey reisen. Und lange sah es so aus, als ob Fribourg Olympic der Rivale gewesen wäre. Doch just nach jener Runde (Abschluss der Vorrunde) lag die einzige Deutschschweizer Equipe auf Platz 5, während die Genfer „nur“ Vierter waren.
Die Starwings reisen als Aussenseiter in die Calvin-Stadt. Sie sind auf dem Papier chancenlos, denn in der Zwischenzeit haben sich die Romands weiter verstärkt. Gekommen ist Avery Jukes (USA, 24, 203cm), der das sonst schon starke Inside-Spiel der neukreierten Genfer Equipe verstärkt. Die „Wings“ hingegen werden erstmals ohne Kareem Johnson antreten müssen. „Der Ligacup kann bei uns nicht die gleiche Priorität haben wie bei anderen Klubs. Unser Hauptziel ist es, Niels Matter nach seiner mehrmonatigen Verletzung wieder zu integrieren. Und durch den Wegzug von Johnson wird es für die meisten Akteure mehr Spielzeit geben“, so Assistenztrainer Roland Pavloski. Und mehr Verantwortung, ist man versucht zu sagen.
In der Tat steht im Fokus der Starwings bereits die Partie vom nächsten Mittwoch in der Ajoie gegen den BC Boncourt. War man in den beiden Meisterschaftspartien gegen „Les Lions de Genève“, trotz zeitweise guten Leistungen, zuletzt chancenlos, so würden die Baselbieter mit einem Erfolg im Jura einen Playoff-Platz unterstreichen. Somit dient die morgige Partie in Genf eigentlich der Matchvorbereitung auf Boncourt.
Nach einer guten ersten Halbzeit gaben die Starwings das Spiel aus der Hand und verloren vor 565 Zuschauern gegen Monthey 70:79.
Ein „Loch“ im dritten Viertel, als die Starwings während viereinhalb Minuten keinen einzigen Punkt zustande brachten und der Vorsprung von 51:42 auf 51:50 schmolz, ermöglichte es Monthey, zurückzukommen und das Spiel zu drehen. Die Starwings waren gut in die Partie gestartet, erarbeiteten sich bis zur 25. Minute einen Neunpunkte-Vorsprung , doch dann gelang fast gar nichts mehr, Spielfluss und Ordnung gingen verloren, während die Walliser in der Abwehr nochmals zulegten und die Basler zu Ballverlusten zwangen.
Zudem wussten die Starwings im letzten Viertel gegen das Innenspiel der Gäste mit Sean Finn (2.13 m) und Martin Mihajlovic (2.08m) keine Mittel. „Wir haben diesen Sieg auf dumme Art vergeben“, ärgerte sich Joel Fuchs, der der seine 10 Punkte alle in der ersten Halbzeit warf. „Monthey kam zu vielen leichten Körben, unsere Fehlerqoute war viel zu hoch.“
Auch Coach Danijel Eric kam bei der Ursachenforschung zum selben Schluss: „Nach einer guten ersten Halbzeit waren einige Spieler nicht in der Lage, unter Druck unsere Spielsysteme richtig auszuführen. ”
Wichtige Punkte vergaben die Starwings auch bei Gegenstössen – und an der Freiwurfline: sie trafen nur 7 von 14 Freiwürfen, während Monthey 17 von 21 verwandelte. Auch Brandon Jenkins (8 Punkte und 12 Assists) und Kino Burrows (23 Punkte) trafen in der Phase, als die Partie auf der Kippe stand, ihre Würfe nicht. Die Walliser feierten ihren ersten Sieg in der Sporthalle Birsfelden seit April 2006. Ian Dale Boylan war mit 23 Punkten, (davon 13 im ersten Viertel), Topskorer der Gäste.
Kareem Johnson kam bei seinem letzten Spiel für die Starwings auf 5 Punkte und wurde nach der Partie unter dem Applaus der Zuschauer offiziell verabschiedet.
Starwings – Monthey 70:79 (42:37)
(20:23), (22:14), (12:13), (16:29)
Sporthalle. – 565 Zuschauer. – SR: Clivaz/Wirz/Clerc
Starwings: Petkovic (11), Jenkins (8), Fuchs (10), Burrows (23), Albrecht (5); McCrory (8), Johnson (5), Matter (0). - nicht eingesetzt: Kostic, Güttiger, Stauch, Smiljic.
Monthey: S. Louissaint (6), Smith (14), Boylan (23), Mihailovic (9), Finn (18); G. Louissaint (4), Lukic (5). – nicht eingesetzt: Pttier, Lhermitte.
Skoreverlauf: 5. Min.:9.6; 10. Min.:20:23; 15. Min.: 30:28; 20. Min.: 42:37; 25.Min.: 51:42; 30. Min.: 54:50; 35. Min.: 59:62.
Bemerkungen: Monthey ohne Dubas (verletzt). Ausgeschieden mit 5 Fouls: 39.Min.: Fuchs.
Am Samstag (10. Dezember) empfangen die Starwings in der Sporthalle Birsfelden den Tabellenvierten der Nationalliga A, den BBC Monthey. Das Spiel beginnt um 17.30 Uhr. Der Basketball-Nachmittag wird um 14.45 Uhr mit dem Vorspiel gestartet: In der 1. Liga National trifft der CVJM Birsfelden auf die U23 der Lugano Tigers. Und zum Nachspiel treten die Starwings U23 um 20.00 Uhr gegen den BC Alstom Baden an.
Das letzte Heimspiel in diesem Jahr der Starwings gegen den BBC Monthey wird auch zum Abschied von Kareem Johnson. Kareem ersetzte während anderthalb Monaten den verletzt gewesenen Nils Matter, der das Training wieder aufgenommen hat. Der 2.05 m grosse Center wird so ein letztes Mal für die Starwings unter den Körben mit seiner Routine und seinem physischen Spiel für Präsenz sorgen. Am 14. Dezember fliegt Kareem in die USA zu seiner Familie zurück.
Das Temporär-Engagement wurde privat finanziert und belastet die Rechnung der Starwings nicht. „Kareem wird uns fehlen, aber es war immer klar, dass seine Verpflichtung zeitlich begrenzt ist“, sagt Starwings-Coach Danijel Eric.
Gegen Monthey können die Starwings wieder auf Kino Burrows zählen, der vor einer Woche wegen einer Angina beim Spiel in Lugano passen musste. Der Mann von den Bahamas ist wieder fit. Wegen muskulärer Probleme fehlte im Tessin auch Tony McCrory, der nun auch wieder an Bord ist.
„Beim Sieg gegen Fribourg Olympic hat die Mannschaft gezeigt, dass sie an einem guten Tag auch Spitzenteams schlagen kann“, betont Eric. Der Coach ist überzeugt, dass auch gegen die Walliser ein Sieg möglich ist, sofern seine Mannschaft die Leistung, die sie gegen Olympic gezeigt hat, wieder abrufen kann.
Das „Raclette-Spiel“ ist fast schon Tradition
Monthey gewann am vergangenen Wochenende ohne Probleme gegen Nyon, just die Equipe, welche die Starwings aus dem Schweizer Cup geworfen hat. „Bereits damals in Nyon war Kino Burrows nicht fit und die Angina kündete sich an“, erklärt Eric. Bei Monthey brillierte beim 72:48 gegen Nyon Terry Smith mit 31 Punkten. Vor drei Wochen engagierte Monthey zudem mit Sean Finn, dem 2.13 m grossen Amerikaner, einen neuen Center, der vergangene Saison bei Lugano spielte.
Es gehört fast schon zur Tradition, dass beim Gastspiel der Walliser zum Raclette-Essen aufgetischt wird, mit dem sich die Starwings bei ihren treuen Sponsoren, Freunden und Gönnern bedanken.
Arg dezimiert, waren die Baselbieter Basketballer im Tessin chancenlos. Und dennoch setzte das Deutschschweizer Aushängeschild ein starkes Zeichen. Im Schlussviertel spielte nämlich ein Schweizer Quintett gegen die ausländische Profi-Armada der Tigers. Die 72:98 (35:58)-Niederlage hat da nur marginale Bedeutung.
Bevor die Starwings ihren ersten Korb erzielten, hatten die Luganesi bereits 13 Zähler geworfen. Damit ist gesagt, dass der gar ungleiche Vergleich bereits nach zwei Minuten entschieden war. Auch in Vollbesetzung – neben Niels Matter fehlte der an Angina erkranktre Jaraun Burrows (Bahamas) und der verletzte Routinier Anthony McCrory – könnte das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat gegen den Titelhalter und erneuten Meisterschaftsfavoriten (mit erlaubnis der Genfer Löwen…) nicht siegen. So wenig, wie die RTV-Handballer gegen Kadetten Schaffhausen oder die Sm’Aesch-Volleyballerinnen gegen Voléro Zürich gewinnen können. Der Grund liegt in der Substanz, die durch die diametrale Solvenz gegeben ist. Nur im Fussball kann der „Underdog“ ein Spiel mit 1:0 bei einem übermächtigen Rivalen gewinnen.
„Schweizer“ Quintett
Aber im letzten Viertel ereignete sich etwas, das in Schweizer Basketball-Hallen in den letzten Jahrzehnten so selten wie eine „Baslerdybli“-Briefmarke war. Miroslav Petkovic, Ralph Güttinger, Joël Fuchs, Felix Stauch und Roman Albrecht spielten zusammen. Und dies ordentlich, ja gut, teils sogar sehr gut. Ihnen standen meist Profispieler gegenüber; darunter NBA-Draft Ryan Richards, dessen Salär höher als das Gesamt-Budget der Starwings ist… Dass der Brite lieber in der Sonnenstube der Schweiz der „Dolce Vita“ frönt als sich in der spanischen Topliga durchzusetzen, ist wohl legitim.
Die Starwings stellten ein nationales Quintett dar, das nicht nur jung war (zwischen 19 und 22 Jahren), sondern Spieler der Zukunft sind. Gut, Felix Stauch ist aus Lörrach, also „ennet des Baches“, wie der Basler zu pflegen sagt. Doch der 19-lährige Deutsche, der sein Debüt in der Nationalliga A gab (und gleich 12 Minuten spielte!), könnte zu Fuss von seinem Wohnort in die Sporthalle Birsfelden gehen.
Im Schweizer Basket gibt es zwei „Modelle“. Jenes, wo das Checkheft regiert, so dass man sich mit Ausländern eindeckt. Dies geschieht in Lugano, Genf und Vacallo, teils auch in Fribourg, und Monthey, am nachhaltigsten. Diese Teams führen auch die Rangliste an. Und es wird jene Variante geben, wo der eigene Nachwuchs noch mehr gefördert werden muss. Etwas, das die Starwings inskünftig noch vermehrter tun müssen. Denn in diesem Bereich wurde in den letzten Jahren gut, aber nicht optimal gearbeitet.
U23-Equipe siegte
Erste Früchte sah man im Vorspiel. Dort waren sich die beiden U23-Mannschaften der Luganesi und Starwings gegenüber gestanden. Und in diesem Vergleich zeigten die Baselbieter, angeführt von U18-Nationalspieler Branislva Kostic, namentlich in den zweiten 20 Minuten, eine feine Leistung und siegten souverän mit 81:58 (41:35). Neben Kostic und Stauch waren auch Severin Beltinger und Boris Smiljic sichere Werte, die dann auch bei den „Grossen“ auf dem Matchblatt waren.
Zumindest in der Talentförderung sind die Starwings dem Schweizer Meister, welcher in der 1. Liga punktelos das Tabellenende ziert, momentan überlegen. Und wenn auch das Heute klar für den BC Lugano spricht… ob der „Tiger“ immer ein Millionen-Budget aufbringen wird, um junge „Sternenflügel“ oder analoge Teams wie Boncourt, Nyon und SAM Massagno zu bezwingen, ist nicht sicher. Zumindest über den (Un-)Sinn, fast reine ausländische Profi-Mannschaften zu stellen, darf man sich Gedanken machen.
BC Lugano – Starwings 98:72 (58:35)
Istituto Elvetico. – 525 Zuschauer: Carlini/Novakovic/Mazzoni.
Lugano: Draughan (17), Dusan Mladjan (19), Efevberha (13), Abukar (20), Richards (11); Stockalper (14), Marko Mladjan (4), Pantic, Grueninger; Lo Leggio.
Starwings: Petkovic (15), Jenkins (19), Fuchs (13), Johnson (8), Albrecht (7); Güttinger (8), Stauch (2); Beltinger, Kostic, Smiljic.
Bemerkuengen: Lugano ohne Crnogorac (verletzt). – Starwings ohne Burrows (krank; Angina), McCrory (verletzt) und Matter (rekonvaleszent). – Viertelsresultate: 30:17, 28:18 (58:35); 13:16 (71:51) und 27:21 (98:72).















