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Ein stimmungsvolles Prestige-Derby

Die Starwings gewinnen gegen Central Luzern klar mit 84:60 (40:32).

Im Deutschschweizer Basketball-Derby setzten sich die «Wings» zuletzt deutlich durch, wobei die Gäste ihren amerikanischen Spielmacher durch Verletzung und den litauischen Flügelspieler nach zwei technischen Fouls verloren. Der Einstand von US-Center Omar Sherman kann noch nicht schlüssig beurteilt werden.

Von Jordi Küng

Die Hierarchie im Deutschweizer Basketball bleibt gewahrt. Nachdem die Starwings bereits die erste Saisonpartie in der Innerschweiz gewonnen hatten (74:66), setzten sie sich auch im zweiten Vergleich souverän durch. Das gutgelaunte Publikum kam in den Genuss einer rassigen, unterhaltsamen Partie.

Die Gäste aus der Zentralschweiz, welche um Unterstatement noch nie verlegen waren, können anführen, dass sie sich zwei ihrer Topspieler beraubt sahen. Ricky Price kontrol­lierte nicht nur Starwings- und Liga-Topskorer JaCori Payne vorzüglich, sondern setzte auch Nebenmann Joel Wright geschickt ein. Der «fliegende Mann von Jamaika» erzielte praktisch jeden Korb mit einem brachialen Dunking.

Ilija Vranic ist die Trouvaille der Starwings

Dass die Wings nach dem ersten Drittel klar führten, hatte primär drei Namen. Ilija Vranic rechtfertigte seine Nomination für das Stammquintett vollauf. Vranic, im letzten Jahr beim Nationalliga-B-Letzten Küsnacht-Erlenbach tätig, darf als Trouvaille bezeichnet werden. «Der Unterschied zwi­schen Nationalliga B und A ist schon gewaltig; aber ich habe mich bei den Starwings gut eingelegt, wir trainieren hart und ich fühle mich in Form», so der 21-jährige Zweimeter-Mann, der zurecht zum besten Starwings-Akteur gewählt wurde. Und auch Routinier Joël Fuchs (30) glänzte mit einer kompletten Partie; seine Wurfquote war überragend; jene von Branislav Kostic war in diesem Spiel nicht optimal…

Ein sicherer Wert war auch Nemanja Calasan (35). Der «Oldie» zelebrierte mit «Youngs­ter» Vranic ein superbes Mit- und Zusammenspiel unter den Brettern und war ein weiterer Pluspunkt.

Payne explodierte nur einmal kurz…

Lange Zeit blieb Payne diskret. Er traf nicht, seine Durchbrüche zum Korb blieben aus, so dass er sich limitierte, der Mannschaft dennoch ein guter und umsichtiger Spielmacher zu sein. Aber im dritten Viertel, als Luzern ohne Price und Saménas spielen musste und auf verlorenem Posten stand, da verkam Payne zu dieser «Punktemaschine», die ihn einzig­artig macht. Innert knapp vier Minuten erzielte er 15 Punkte – gegen seine Schnelligkeit und Virtuosität waren die Gäste hilflos.

Am Freitagabend war Omar Sherman (24, 204cm) aus Dallas in Birsfelden eingetroffen. «Ein absolut cooler Typ», so die Meinung seiner Mitspieler. Der neue US-Center der «Wings» ist athletisch, hat Center-Bewegungen – aber er ist weder austrainiert noch kann­te er die Spielsysteme seiner neuen Mitspieler. Er deutete maximal an, dass mit ihm endlich ein «Brocken» da ist, der die Bretter domi­nieren kann. «Wunder wird er keine vollbringen, aber er wird uns sehr helfen können», ist sich Starwings-Trainer Dragen Andrejevic sicher.

Mit dem Sieg bleiben die Chancen für die Starwings auf eine Playoff-Qualifikation gewahrt. Allerdings müs­sen zumindest die drei Profispieler und die etablierten Schweizer Spieler (Fuchs, Kostic) sowie Trouvaille Vranic auf konstant höchstem Level spielen, um Rang 8 zu erreichen. Ausfälle oder Formbaissen verträgt es nicht.

Starwings – Swiss Central Luzern 84:60 (40:32)

Sporthalle Birsfelden. – 400 Zuschauer. – SR: Clivaz/Marmy/Vitalini.

Starwings: Payne (23), Kostic (7), Blaser (2), Vranic (14), Calasan (13); Fuchs (15), Sherman (7), Schneider (1), Pausa, Streich, Pavlovic (2), Christmann. 

Luzern: Price (12), Plüss, Mirnes Ganic (3), Wright (14), Ngueyep Nana (11); Mirza Ganic, Jusovic (9), Saménas (4), Leucio (4), Obim (3).

Bemerkungen: Starwings komplett. – Luzern ohne Zoccoletti (verletzt). – Viertelsresultate: 25:14, 15:18 (40:32); 21:11 (61:43) und 23:17 (84:60). – 25. Price scheidet verletzt aus. – 28. Ausschluss gegen Saménas nach dem 2. technischen Foul. – Fouls: Starwings 19, Luzern 16. – Zu den besten Spielern wurden Ilija Vranic und der Jamaikaner Joel Wright gewählt. 

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