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(Fast?) alle wissen, was eigentlich fehlt…

Die Starwings verlieren in Lugano in den Endminuten mit 83:90 (42:42)

Der ex-Meister kam im 6. Meisterschaftsspiel zum ersten Saisonerfolg, wobei die Baselbieter in der Südschweiz während 36 Minuten eine superbe Leistung boten, zuletzt aber förmlich einbrachen und eine unnötige Niederlage kassierten.

Von Jordi Küng

Es gab Zeiten, da verlor Lugano maximal zwei Spiele in der gesamten Saison. Diese Zeiten des «Grande Lugano» sind tempi passati. Heuer sind die «Tigers» längst nicht mehr hochgiftig für den Rivalen, aber sie haben noch immer eine spezielle Aura. Das sind vier Profi-Ausländer und einen Mann namens Marco Portannese (30, 192cm), der Italiener ist und viele Jahre in der Serie A ge­spielt hat. Dieser smarte Techniker mit einem guten (Distanz-)Wurf hat in Italien keine Bäu­me ausgerissen, aber gegen die «Wings» war er der Matchwinner. Und vor allem – Signo­re Portannese ist «Schweizer» – oder spielt als Schweizer. Und das kommt auch dem Schweizer Nationalteam zugute.

Gute Leistung wurde nicht honoriert

Die Gäste aus Birsfelden spielten ein sehr gutes 1. Viertel. Sie gerieten auch in den zweiten zehn Minuten nicht in Rückstand, aber man spürte, dass Lugano «immer näher dran war». Natürlich, wer als 6. Mann einen hochkarätigen Profi namens Tristan Carey (USA, 28, 191cm) bringen kann, ist halt schon noch ein wenig «grande». Dieser spielte in höheren europäischen Ligen (Bulgarien, Russland) und warf vor zwei Jahren im europäischen FI­BA-Cup (für die Bulgaren aus Samokov) elf Punkte im Schnitt. Die Antwort von Starwings-Cheftrainer Dragan Andrijevic auf Carey heisst Jason Schneider, der 18 Jahre alt ist, zur Schule geht… und nach seinem guten Auftritt gegen Les Lions aus Genf als 6. Mann aufs Parkett durfte.

Nach 34 Minuten stand es 72:80 – und man hatte das Gefühl, dass den Starwings ein Hu­sarenstück gelingen würde. Aber als Joël Fuchs, lange mit vier Fouls belastet und für die heissen Endminuten aufs Feld beordert, gleich sein 5. Foul beging, war dies der Anfang vom Ende. Aus einem 72:80 wurde innert drei Minuten ein 88:80 – ein Run von 16:0 stra­pazierte die Gäste in jeder Hinsicht.

Ohne den 6. starken Mann…

Moralisch haben die Starwings gewonnen. Der Sieg der Luganesi mag die eh schon stra­pazierten Nerven des langjährigen Dominators ein wenig beruhigen. Die Starwings haben nun zwei Heimspiele gegen Boncourt (Sa 9.11.) und Nyon (Sa 16.11.), die eigent­lich in Reichweite liegen müssten. Wir dürfen gespannt sein.

Lugano Tigers – Starwings 90:83 (42:42)

Istituto Elvetico. – 300 Zuschauer. – SR: Pillet/Curty/Chalbi.

Lugano: Porter (21), Stevanovic (6), Portannese (24), Williams (21), Camara (8); Carey (10), Mus­songo, Bracelli; Kovac, Lu­kic, Medolago, Smith.

Starwings: Payne (22), Kostic (6), Fuchs (11), Calasan (17), Chuha (18); Schneider, Vranic (3), Blaser (6); Christman, Pausa, Pavlovic, Streich,

Bemerkungen: Beide Teams komplett. – Viertelsresultate: 15:19, 27:23 (42:42); 23:25 (65:68) und 25:16 (90:83). – Mit fünf Fouls ausgeschieden: 36. Fuchs. – Fouls: Lugano 15, Starwings 18.

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