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Starke Leistung wurde nicht honoriert

Die Starwings verlieren in Neuchâtel mit 72:83 (40:47).

Zeitweise führten die „Wings“ mit elf Punkten Vorsprung; und erst in den letzten vier Minuten brachen die Baselbieter ein. Mit unter ein Grund war, dass das Ref-Trio die Foulpfiffe sehr einseitig verteilte und die Neuenburger viermal (!) so viele Freiwürfe werfen konnten.

Von Georg Küng

Während die Gastgeber, obwohl sie die Stammfünf forcieren mussten, locker mit den bes­ten fünf Leuten die Endphase bestreiten durften, sahen sich die Starwings in der zweiten Halbzeit vom Ref-Trio förmlich verfolgt. Gastcoach Pascal Donati musste viele Wechsel – aufgrund der hohen Foulbelastung – vornehmen. Und so kam es, dass Union-Spielmacher Brandon Brown sagenhafte 18 Freiwürfe werfen konnte (zuletzt, nach unsportlichem Foul, weil die Birsfelder völlig entnervt waren), während die Starwings als Team nur zehnmal an der Linie standen. Das Verhältnis von 10:41 bei den Freiwürfen zu Ungunsten der Deutschschweizer und auch das Foulverhältnis von 16:29 ist äusserst fragwürdig.

Ein neuer Center

Union hat in den letzten Wochen viel Aktionismus entwickelt. Aus der 1. französischen Di­vision kam mit Abdel Kader Sylla (28, 206 cm) ein Zuzug, der ein brachialer Center ist. Der Mann von den Seychellen war auch in Frankreich unter den Brettern eine Grösse. Er schaffte es, wie andere, über 15 Minuten lang mit vier Fouls zu spielen… Sicher, mit Jared Berggren (28 m 209 cm) fehlte der 4. Ausländer – so war Neuchâtel in seiner Rotation ein­geschränkt. So lange die Unterbaselbieter normal aufspielen konnten, waren sie dem Fa­voriten mehr als ebenbürtig; erst ab der 25. Minute spürte man, dass Union mit Publikum und „Unparteiischen“ willkommene Verstärkungen erhalten würde.

Der Exploit fehlte

Alle erfüllten ihre Aufgabe sehr gut, einige wie Antonio Hester oder Nemanja Calasan waren sogar brillant. Und weil es die Refs locker schafften, Calasan (204 cm) und Ryan Smith (213 cm) mit Fouls zu belasten, konnten diese nicht mehr aggressiv verteidigen und mussten tatenlos zusehen, wie Union leichte Punkte unter dem Korb erzielte und Brown (im letzten Jahr Liga-Topskorer mit dem BC Boncourt) serienweise Freiwürfe werfen konnte. Dass er diese in den Korb setzte (17 von 18 erge­ben unverschämte 94 Prozent, das ist ein Wert, wie man ihn ganz selten findet), spricht für die Nervenstärke des neuverpflichteten Amerikaners. Die kurzzeitig unkonzentrierte Spielweise der Starwings waren dann schlussendlich mit ein Grund, weshalb Neuchâtel einen Sieg verbuchen konnte.

Union Neuchâtel – Starwings 83:72 (40:47)

Riveraine. – 1015 Zuschauer. – SR: Marmy/Gonçalves/Ferroni.

Neuchâtel: Brown (26), Savoy (7), Williams (17), Molteni (12), Sylla (17); Martin, Colon (4), Memishi, Fofana; Kübler.

Starwings: Kostic (3), Fuchs (4), Hester (21), Calasan (14), Smith (12); Mitchell (11), Herrmann (5), Verga (2), Davet; Christmann.

Bemerkungen: Neuchâtel ohne den US-Center Berggren (verletzt). – Starwings ohne Streich (krank). – Viertels­resultate: 19:25, 21:22 (40;47); 23:17 (63:64) und 20:8 (83:72) – Mit fünf Fouls ausgeschieden: 39. Davet, – Fouls: Neuchâtel 16, Starwings 29 (!!!).

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