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Starwings-Zuzug „rockt“ in Armenien

Basketball-Europa staunt über Armenien und einen gewissen A.J. Hess

In diesen Tagen haben für die kleineren Basket-Nationen die EM-Ausscheidungsspiele im Hinblick auf die Titelkämpfe 2018 angefangen. Mit dabei ist auch Armenien, das sich den neuen Starwings-Profi A.J. Hess (USA) geangelt hat.

AJ-Hess1

Jahr für Jahr müssen die Starwings einen oder zwei „Rookies“ verpflichten. Das sind Spieler, die direkt aus dem amerikanischen College-Basketball kommen. Und erstmals den „Sprung über den Teich (Atlantik)“ machen respektive wagen, um als Profispieler in Europa Fuss zu fassen. Für beide Parteien, Klub wie Spieler, ist es eine grosse Unbekannte, ob es passen wird.

Die Auswahl erfolgt sehr akribisch. Auch in diesem Jahr wurde mit A.J. Hess ein Mann verpflichtet, der jung (23 Jahre alt) ist. Und eine Unbekannte darstellt. In der Regel treffen die Profispieler Ende August in Birsfelden ein; und bereits nach einer Trainingswoche kann man abschätzen, ob der betreffende Amerikaner eine gute Wahl war.

Armenien statt Schweiz

Mister Hess ist bereits in Europa. Seit einem Monat. Denn er besitzt auch die armenische Staatsbürgerschaft. Warum dies so ist, weiss man im Unterbaselbiet nicht. In Insiderkreisen wird Hess schon als „Der Toggenburger“ genannt – denn mit allergrösster Wahrscheinlichkeit sind seine Vorfahren aus der Schweiz, und denkbar aus der Ostschweiz, in die USA ausgewandert.

Dass er für die armenische Nationalmannschaft spielen kann, hat den Vorteil, dass die Starwings ihren neuen Profi „hautnah“ verfolgen können. Und vorgestern spielte Armenien, in dessen Reihen drei gebürtige Amerikaner spielen, gegen die Slowakei. Der Zufall will es, dass der Nationaltrainer der Armenier mit Niksa Bavcevic ein Mann ist, der soeben mit dem BBC Monthey Schweizer Meister geworden ist. Und bei den Slowaken ist Ivan Rudez der Chefcoach. Er trainierte Les Lions de Genève – und somit sind die beiden kroatischen Basketball-Lehrer bei den zwei besten Schweizer Teams angestellt. Und beide kennen seit Jahren die Schweizer Nationalliga A.

Matchwinner und Topskorer

Bavcevic hatte an seinem Nationalspieler A.J. Hess gar Freude. Viel Freude sogar. Rudez weniger. Denn was der neue Starwings-Profi bot, war mehr als nur gute Kost. Er war mit 22 Punkten der Topskorer der Partie. Er traf vier von sieben Dreiern und hatte mit 75 Prozent eine „unverschämte Wurfquote“, wie beide Trainer erklärten. Dazu holte sich der 201 Zentimeter Blondschopf neun Rebounds. Kein Wunder, dass ihm die Halle, in welcher eine Hexenkessel-Stimmung herrschte, zu Füssen lag. Dass David Armenien den Goliath Slowakei mit 75:61 bezwang, wurde als historischer Erfolg gefeiert. Und löste im ganzen Land eine unglaubliche Euphorie aus. Mit Schweden (gegen die sich die Armenien mit Hess am Sonntag messen) und Bosnien-Herzegowina sind zwei – auf dem Papier – übermächtige Rivalen in der Gruppe der Armenier. Aber es soll Basket-Experten geben, die der Meinung sind, dass „mit diesem Teufelskern mit der Nummer 35 (Hess ist gemeint) alles möglich ist“.

Dass Pavloski, Donati und Umfeld mit Argusaugen die Spiele verfolgen, ist verständlich. Und man hofft, dass dieser „Toggenburger“ gesund und munter Ende August in „Blätzbums“ eintrifft. Denn wer in einem EM-Ausscheidungsspiel gegen die Slowakei 22 Punkte erzielen kann, der ist für ganz Grosses in der Nationallliga A zuständig…

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