Die Starwings kamen gegen SAM Massagno zu einem klaren 110:78 (64:44)-Heimerfolg
Geglückter Auftakt zur 3. Qualifikationsrunde. Das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat wusste die treue Anhängerschar zu begeistern und feierte den höchsten Saisonerfolg. Notabene gegen einen Rivalen, der heuer ein ernsthafter Kandidat für die Playoffs ist.
Von Georges Küng
Fotos vom Spiel von Robert Varadi
Man kann eine feine Leistung schmälern, indem man den Gegner schwach redet. Das taten die Exponenten aus Massagno nicht. „Wir haben heute eine Lektion bezüglich modernen Basketballes erhalten. Gegen die Aggressivität, Intensität und Physis der Basler waren wir chancen-, ja machtlos“, meinte SAM-Trainer Massimo Aiolfi. Und dieser Mann ist nicht „irgendwer“, sondern hat in Italien in den höchsten Ligen diverse Equipen geführt.
„Im Gegensatz zum Fribourg-Match konnten wir heute die Zonenverteidigung attackieren, fanden Abschlusspositionen und hatten zeitweise eine überdurchschnittliche Wurfquote“, erklärte ein zufriedener Patrick Koller. Der Starwings-Cheftrainer wies aber umgehend darauf hin, „dass die Basis für jegliche Erfolge in der Verteidigungsarbeit, verbunden mit der nötigen Intensität, liegt“. Und ergänzte: „Es gab auch Dinge, die mir nicht gefallen haben. Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, so der Alt-Internationale.
Schon im ersten Viertel lagen die Starwings nach acht Minuten mit 26:16 in Führung. Zu diesem Skore hatte vor allem Jordan Hasquet beigetragen, der wie im Heimmatch gegen die Geneva Devils (82:61; am 21. Dezember 2009) seine unverschämten Wurfqualitäten eindrücklich unter Beweis stellte. Bis zur Halbzeit liess sich der „Mann aus Montana“ 20 Punkte gutschreiben.
Ein Nachlassen der „Sternenflügel“ erlaubte es den Luganesi, nur mit einem Drei-Punkte-Rückstand in die erste Kurzpause zu gehen. Doch dann brach über SAM das Unheil hinein. Innert 200 Sekunden kletterte das Skore auf 41:26; gegen diesen 18:3-Run waren die Tessiner machtlos. Und es war Spielmacher Vernard Hollins vorbehalten, Basketball erster Klasse zu zelebrieren. Druckvolles Angriffsspiel, Zauberpässe, die auch im Repertoire der Harlem Globetrotters zu finden sind, sichere Distanzwürfe, eine starke Reboundarbeit (Marcus Sloan!) und ein Pressing, das SAM schier zur Verzweiflung trieb, waren die Gründe für diese Basketball-Exhibition. Die, wegen der MUBA, dem Eishockey-Match und Fussball-Spitzenkampf FC Basel – Young Boys, nur die Treusten der Treuen sehen wollten.
Nach 23 Minuten stand es 78:46 – die Frage nach dem Sieger war längst geklärt und der Vergleich zwischen dem Cupsieger und den Südschweizern verkam zu einer kurzweiligen Sache. Koller konnte alle 12 verfügbaren Kaderspieler einsetzen – und es war der (fast) wiedergenesene Valentin Wegmann, welcher den 100. Punkt, unter tosendem Applaus, erzielte. Man sah, wie sich Roman Albrecht wacker gegen die vier US-Zweimeter-Männer der Ticinesi schlug. Man erkannte die Spielintelligenz eines Marko Verginella (vier von vier Freiwürfen) und stellte fest, dass Joël Fuchs einen grandiosen Auftritt hatte. Fuchs hatte die beste Wurfquote aller 21 eingesetzten Akteure!
So endete eine Auftaktpartie, welche umstrittener erwartet wurde. Denn man darf nicht vergessen: SAM Massagno verfügt im grandiosen Kameron Gray (einst Playmaker beim grossen BC Lugano) und den vier US-Riesen (allesamt zwischen 200 und 210 Zentimeter gross) über ein Quintett, das heuer allen Teams viel, einiges sogar zu viel (Boncourt, Geneva, Lausanne, Monthey) abgefordert hat.
Mit diesem Sieg dürfte auch der Playoff-Einzug mathematisch gesichert sein. Und bereits in 72 Stunden geht es weiter. Beim Titelfavoriten Nyon werden die Starwings die Aussenseiterrolle einnehmen. Doch nach diesem geglückten Auftritt gegen SAM Massagno darf den „Sternenadlern“ auch an den Gestaden des Genfersees eine superbe Leistung zugetraut werden.
Starwings – SAM Massagno 110:78 (64:44)
Sporthalle. – 375 Zuschauer. – SR: Carlini/Hüsler/Wirz.
Starwings: Hollins (22), Hett (2), Brown (24), Hasquet (20), Sloan (10); Fuchs (14), Wegmann (2), Verginella (6), Delic (8), Albrecht (2), Beltinger.
Massagno: Gray (20), Morin (13), Hines (12), Fitzgerald (4), Grimm (9); Magnani (11), Censi (3), Balletta (6), Rey; Rokitzky.
Bemerkungen: Starwings ohne McCrory (Schulteroperation; Saisonende) und Jaquier (Knieverletztung). – Massagno komplett. – Viertelsresultate: 26:23, 38:21 (64:44); 29:21 (93:65) und 17:13 (110:78). – Fouls: Starwings 21, Massagno 17. – Zu den besten Akteuren wurden Hollins und Kameron Gray (USA) gewählt.















